Ich habe es schon wieder getan. Eigentlich wollte ich an einem Dienstagabend nur kurz nachsehen, was hinter dem Namen Ala Win steckt, und zwei Stunden später saß ich mit kaltem Tee vor dem Help Centre und las Bonusbedingungen wie andere einen Krimi. So bin ich eben.
Alawin ist ein Casino mit angeschlossenem Sportwettenangebot, das ganz auf Orient setzt. Fliegende Teppiche, verzierte Ornamente und der Anspruch, die Stimmung alter östlicher Erzählungen für westliche Spieler gemütlich wirken zu lassen, prägen den ersten Eindruck, und nach dem zehnten blau-schwarzen Einheitscasino hat mir das ehrlich gefallen. Hübsch ist es.
Hier schreibe ich auf, was mir im Alawin Casino aufgefallen ist. Gute Seiten bekommen genauso Platz wie die Dinge, bei denen ich die Stirn gerunzelt habe, und ich rechne lieber einmal zu viel nach als einmal zu wenig. Ich bin kein Anwalt, nur jemand mit zu vielen offenen Tabs.
Anmeldung in zwei Schritten
Die Registrierung geht flott. Im ersten Schritt fragt die Seite nach E-Mail und Passwort, dazu kommt ein Pflichthaken, mit dem man bestätigt, mindestens 18 Jahre alt zu sein und die AGB samt Privacy Notice zu akzeptieren, und ein zweiter Haken für Werbung, den ich wie immer brav leer gelassen habe. Danach geht es per „Next Step“ weiter.
Einloggen kann man später per E-Mail oder Telefonnummer. Etwas ungewohnt fand ich, dass die Kopfzeile nur „English“ mit kleiner Flagge zeigt (ich habe dreimal auf das Fähnchen geklickt, in der Hoffnung, dass sich dahinter doch noch ein Deutsch versteckt, und bin dann mit meinem Schulenglisch weitergestolpert). Wer mit Englisch hadert, wird hier also nicht froh.
Bei den Dokumenten bleibt es lange ruhig. Erst wenn Boni ins Spiel kommen, kann Alawin vor der Gutschrift oder vor der Auszahlung von Bonusgewinnen eine Ausweiskopie, einen Adressnachweis und einen Zahlungsnachweis verlangen, was ich in Ordnung finde, solange man es vorher weiß. Ich habe mir für so etwas längst einen Ordner auf dem Desktop angelegt.
Die Frage nach der Lizenz
Jetzt wird es unbequem. Eine Lizenz der GGL, also der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, nennt Alawin nicht, und laut einem unabhängigen Testbericht gibt der Betreiber an, in Costa Rica lizenziert zu sein und zur Casolinia-Gruppe zu gehören, ohne das auf der eigenen Seite deutlich zu zeigen. Eine Lizenznummer findet man dort ebenso wenig.
Für deutsche Spieler hat das ganz praktische Folgen. Ein Anbieter mit GGL-Lizenz muss sich an den GlüStV 2021 halten, also an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € über LUGAS, den Abgleich mit dem OASIS-Sperrsystem, maximal 1 € Einsatz pro Slot-Dreh und die 5-Sekunden-Regel zwischen zwei Spins, und Live-Tische gibt es bei rein deutscher Lizenz gar nicht. Bei Alawin liegt der Höchsteinsatz mit aktivem Bonus dagegen bei 100 €, und das Live Casino hat ein eigenes Menü.
Ich sage das ohne erhobenen Zeigefinger. Wer bei OASIS gesperrt ist, sollte so eine Seite meiden, denn die deutsche Sperre hat hier keine Wirkung, und wer sich selbst halbwegs kennt, ahnt, wie verführerisch 100 € statt 1 € pro Dreh sein können. Ich kenne mich leider gut.
Willkommen sind Spieler aus Deutschland trotzdem nicht nur stillschweigend. Das merkt man an den Sportbonus-Bedingungen, die für Deutschland eigene Werte festlegen, dazu gleich mehr.
Das Willkommenspaket im Kleingedruckten
Das Casino wirbt mit 300 % bis 2.000 €. Obendrauf kommen 300 Freispiele, verteilt auf drei Einzahlungen ab jeweils 20 €. Die erste Einzahlung bringt 150 % bis 750 € und 100 Freispiele. Bei der zweiten gibt es 50 % bis 250 € mit 50 Freispielen. Die dritte legt noch einmal 100 % bis 1.000 € und 150 Freispiele drauf.
Dann kommt der Haken, wie immer. Die Summe aus Bonus und Einzahlung muss 35-mal umgesetzt werden, Freispielgewinne 40-mal, und pro aktivem Bonus hat man dafür nur 10 Tage Zeit, was bei 100 € Einzahlung und 150 € Bonus bedeutet, dass in diesen zehn Tagen 8.750 € durch die Walzen laufen müssen. Das habe ich zweimal nachgerechnet.
Ein paar Feinheiten haben mich überrascht. Aus einem Bonus lässt sich höchstens das Zehnfache des Bonusbetrags freispielen, und Freispielgewinne sind bei bis zu 50 Spins auf 50 € gedeckelt, darüber auf 100 €. Einzahlungen per Skrill oder Neteller zählen für die Aktion gar nicht. Ich zahle seit Jahren am liebsten mit Paysafecard vom Kiosk um die Ecke (eine Angewohnheit, die mir Kontrolle vorgaukelt, bis ich am selben Abend zum dritten Mal hinlaufe), also lese ich solche Ausschlüsse inzwischen zuerst.
Den Bonus muss man vor der ersten Wette mit der Einzahlung beanspruchen. Eine Auszahlungsanfrage nach der Aktivierung macht ihn ungültig, und wer es sich anders überlegt, kann ihn im Profil jederzeit stornieren, verliert dann aber das gesamte Bonusguthaben. Klare Regeln, harte Regeln.
Spiele, Anbieter und Jackpots
Bei der Auswahl wurde mir fast schwindelig. Die Anbieterliste ist so lang, dass ich irgendwann aufgehört habe zu scrollen, und darin stehen Namen, die man aus jeder Spielhalle kennt, etwa Yggdrasil, Hacksaw Gaming, Thunderkick, Quickspin und Gamomat. Pragmatic bringt 675 Spiele mit. Playtech kommt auf 685, und Spinomenal führt die Liste mit 812 Titeln an.
Die Kategorien machen Spaß. Neben Bonus Buys, Megaways und Streamers' Choice gibt es eine eigene Oktoberfest-Rubrik, bei der ich sofort Hunger auf eine Brezel bekam. Prost!
Jackpot-Fans finden ein eigenes Menü. Dort laufen WonderPot, Hot Jackpots und Drops & Wins, und Alawin bietet progressive Jackpots, deren Topf mit jeder Teilnahme wächst, neben festen Jackpots an. Die Jackpot-Rubrik trägt gerade ein „new“-Schildchen.
Das Live Casino ist gut bestückt. Pragmatic Live, Imagine Live, VivoGaming und SA Gaming liefern Roulette, Blackjack, Baccarat und Game Shows, dazu kommt eine Rubrik namens Gold Saloon, hinter der ich zuerst einen Western-Slot vermutet hatte. Genau diese Tische gäbe es bei einem GGL-lizenzierten Anbieter nicht.
Sportwetten am Rand
Ich wette eher selten, aber ich habe geschaut. Im Menü stehen Fußball, Tennis, Tischtennis, Basketball, Eishockey, American Football und Baseball, und daneben gibt es Live Betting, virtuelle Sportarten und laut Werbetext E-Sport mit Live-Wetten. Der Mindesteinsatz liegt bei 1 €.
Die Funktionen sind ordentlich. Cash Out geht komplett oder teilweise, wobei Alawin die Annahme nicht garantiert und Wetten mit Free Bets ausnimmt, und der Bet Builder erlaubt es, Tore, Ecken und Karten in einem Spiel zu kombinieren. Abgerechnet wird immer in Dezimalquoten, egal welches Format man im Konto einstellt.
Beim Sportbonus wird es für uns interessant. Grundsätzlich gibt es 100 % bis 100 €, für Spieler aus Deutschland ist der Höchstbetrag aber auf 200 € angehoben, und umgesetzt werden muss die Summe aus Einzahlung und Bonus nur 5-mal statt 6-mal, innerhalb von 30 Tagen. Zählen tun Einzelwetten ab Quote 2,00 oder Kombis ab 1,50 pro Auswahl, pro Wette werden höchstens 50 € angerechnet, und nur die erste Wette auf ein Ereignis zählt. Das finde ich vergleichsweise fair.
Eine Regel sollte man kennen. Startet ein Spiel nicht innerhalb von 12 Stunden nach dem geplanten Termin oder wird es abgesagt, storniert Alawin die Wetten, nur beim Tennis bleiben sie bis zum Ende gültig. Ich hatte mal eine Regenpause in Wimbledon auf dem Wettschein, deshalb freut mich dieses Detail.
Support und Selbstschutz
Der Kundendienst ist rund um die Uhr erreichbar. Über den Button „Help Centre“ unten links kommt man zum Live-Chat oder schreibt an support@alawin.com, und die FAQ sind in Themen wie Deposits, Withdrawals, Sportsbook und My Account & Verification aufgeteilt. Alles auf Englisch, versteht sich.
Beim Spielerschutz gibt es Licht und Schatten. Selbstausschluss beantragt man per Mail an den Support, der das Konto dann so schnell wie praktikabel schließt, und danach ist man selbst in der Pflicht, weitere Konten zu melden und keine neuen zu eröffnen. Komfortable Knöpfe für Limits, wie man sie von LUGAS kennt, beschreibt die Seite nicht, und für mich ist genau das der schwächste Punkt.
Ein paar Hilfen gibt es dennoch. Verlinkt sind GamCare, Gamblers Anonymous und Gambling Therapy, dazu ein kurzer Selbsttest mit Fragen zum eigenen Spielverhalten und für Eltern der Hinweis auf den Filter Net Nanny. Den Selbsttest habe ich gemacht, und das Ergebnis behalte ich für mich.
Technisch verweist Alawin auf ein verschlüsseltes Netzwerk. Gegen Geldwäsche orientiert sich der Betreiber an der 5. AML-Richtlinie und prüft Kunden genauer, die die vorgeschriebenen Schwellenwerte erreichen.
Coins, Glücksrad und VIP-Club
Zum Schluss kommt der verspielte Teil. Es gibt ein Glücksrad, Challenges, bei denen man bis zu 15.000 Coins sammeln kann, und einen Shop, in dem sich die Coins gegen Prämien im Wert von bis zu 1.000 € tauschen lassen, und wer Wettbewerbe mag, kann um 350.000 € mitspielen. Ich habe am Rad gedreht und nichts gewonnen, was ziemlich genau meiner Lebensbilanz bei Glücksrädern entspricht.
Der VIP-Club klingt nach Samtsesseln. Versprochen werden ein persönlicher VIP-Manager, höhere Auszahlungslimits, persönliche Angebote, Cashback und Live-Chat rund um die Uhr, wobei die Seite verschweigt, wie man dort hineinkommt. Mich wird dort ohnehin niemand vermissen.
Mobil läuft alles im Browser. Die Seite ist für Desktop und Smartphone gebaut, die Slots sehen auf beiden gleich gut aus, und Boni lassen sich unterwegs aktivieren, was auf dem Sofa genauso praktisch ist wie in der Bahn. Wer sich selbst ein Bild machen will, findet bei Alawin das komplette Angebot samt Teppichen und Kleingedrucktem.
Mein Tee ist inzwischen eiskalt, und das Kleingedruckte kenne ich besser als meinen Mietvertrag. Ala Win hat mich mit Spielauswahl und Optik abgeholt, die fehlende deutsche Lizenz begleitet aber jeden Klick, und dieses Wissen gehört für mich zu jedem Besuch dazu. Bitte spielt nur mit Geld, das ihr wirklich übrig habt!